Kommt das Bestellerprinzip nun auch beim Immobilienkauf?

Kommt bald das Bestellerprinzip auch beim Kauf bzw. Verkauf von Immobilien? Bundesjustizministerin Katarina Barley hat sich nun offen dafür ausgesprochen – und bekommt dafür Unterstützung von den Grünen. In der Immobilienbranche sorgt der Vorstoß dagegen für Kopfschütteln.

Seit mittlerweile gut drei Jahren ist das Bestellerprinzip bei der Vermittlung von Mietwohnungen in Kraft. Von vielen Marktteilnehmern war bereits damals eine Diskussion um eine Ausbreitung auf Kaufgeschäfte erwartet worden. Nun hat die Diskussion auf Bundespolitik wieder mächtig Fahrt aufgenommen. „Wir prüfen aktuell, ob sich das Bestellerprinzip auch auf Immobilienverkäufe übertragen lässt“, erklärt Bundesjustizministerin Katarina Barley gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

 

Entlastung der Käufer

Durch eine solche Maßnahme sollen Immobilienkäufer entlastet werden. Die Einführung dieses Bestellerprinzips sei bereits ein wichtiger Schritt gewesen, um Mieter spürbar zu entlasten. Faktisch steigen die Mieten aber in den Metropolen trotz Bestellerprinzip und Mietpreisbremse ungehindert weiter.

Grüne Unterstützung

Bei den Grünen stößt Barley mit ihrer Forderung auf offene Ohren. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt unterstellt der Bundesregierung einen „Makler-Kuschelkurs“. Sie fordert, dass die Maklergebühren müssen von denjenigen gezahlt werden, die eine Immobilie verkaufen, und nicht von den Käufern. Die Grünen haben daher auch im Bundestag einen neuen Antrag gestellt, das Bestellerprinzip auch auf den Immobilienerwerb auszuweiten.

Verkäufer preisen Kosten ein

Dem Bauherren-Schutzbund stoßen die Pläne hingegen sauer auf. „Das Vorhaben birgt die Gefahr, dass Immobilienverkäufer die Maklerkosten einpreisen. Dadurch würden sie am Ende weiterhin indirekt vom Käufer getragen werden“, mahnt Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbund e.V. Gerade bei der aktuellen Marktlage, die vielerorts von den Anbietern bestimmt werde, könnten Verkäufer die Maklergebühr leicht auf die Erwerbskosten aufschlagen. Ähnlich sieht das Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands IVD: „Das Bestellerprinzip würde Immobilienkäufer nicht entlasten, sondern im Gegenteil stärker belasten. Der Verkäufer würde die Maklerprovision auf den Kaufpreis aufschlagen.”

Senkung der Grunderwerbsteuer sinnvoller

Das Vorhaben, die Kaufnebenkosten zu reduzieren, begrüßt Florian Becker jedoch grundsätzlich, sofern vor allem die privaten Bauherren und Wohnungskäufer im Mittelpunkt von Fördermaßnahmen stehen. „Insbesondere eine Senkung der Grunderwerbsteuer kann ein wirksamer Hebel sein, der alle Verbraucher bei der Eigenheimbildung zugutekommt“, meint Becker. (mh) (Quelle ImmoCompact)

Kategorie: Allgemein | von: srichter@finanzhaus-brandenburg